Понедельник 24 Июль 2017
Воскресенье, 10 Октябрь 1999 10:50

"Das schönste Rauschen der Rockgeschichte" ist Legende

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"Das schönste Rauschen der Rockgeschichte" ist Legende Pavel Gaydenko

Oktober 1999

In Rußland muß man B. Grebentschikow nicht erst vorstellen. Der Sänger, Poet, Musiker und Leiter der legendären Band "Aquarium" ist in seiner Heimat als "BG" bestens bekannt. Wer hierzulande mit dem Namen nicht gleich etwas verbindet, der sei an das Album "Radio Silence" (fast komplett in englischer Sprache) erinnert, das Boris Grebentschikow vor Jahren bei CBS veröffentlichte, produziert von Dave Stewart.

Während die einen die Heimat-Kultur des Autors in den Stücken vermissten, spürten andere regelrecht den "russischen Geist" in seinen Liedern. BGs Episoden im Westen bescherten ihm Treffen mit Popgrößen wie George Harrison, Lou Reed und David Bowie.

Westliche Einflüsse auf seine Musik stammen jedoch von einer anderen westlichen Kultfigur: Bob Dylan hinterließ unverkennbar seine Spuren auf BGs Musikpfad: BG taucht 1987 in der Ära von Glasnost und Perestroika urplötzlich aus dem Nichts auf der Titelseite der New Yorker Times als Weltstar auf. US-Platten-Gigant CBS hatte den Sänger und Begründer der russischen Musik-kommune "Aquarium" gleich für 10 Produktionen unter Vertrag genommen. Doch "Radio Silence" bleibt das einzige Album, denn BG wird vertragsbrüchig und zieht sich in die russische Hauptstadt des Rock'n'Roll zurück. Er habe "keine Lust, nach Berufsverbot und permanenter Verfolgung als 'Staatsfeind' der UdSSR im Untergrund jetzt als Schlageraffe westliche Stereotypen zu bedienen wie 'Sänger mit der Stimme von Bob Dylan und dem Aussehen von Clint Eastwood' Oder 'singender Dostojewski' Oder 'Vater des russischen Rock'." Bis 1986 hatte der damals 33jährige Abgott seiner russischen Fans 15 Alben (bzw. Kassetten) im Untergrund-Vertrieb herausgebracht, bis der sowjetische Staatskonzern Melodija eine erste Platte produzierte. Nach dem Festival 1980 im georgisch-kaukasischen Tiflis verloren die Musiker ihre Jobs und jede Aussicht auf Karriere.

 

BG als wissenschaftlicher Assistent für Soziologie an der Uni in Leningrad war fortan Nachtwächter, Westliche Vorbilder hatte BG auch im Kopf, als er 1972 die Musikkommune a la "Grateful Dead" gründete. Musik und Musiker "Aquarium" entwickelte sich als experimentier- freudige Band,was sich auch in der Besetzung widerspiegelt: neben Gitarren sind Cello, Querflöte, Schlagzeug, Fagott und natürlich das Bajan-Akkordeon ihr Markenzeichen. Rüder Slang, östliche Philosophie, absurdes Theater, die Poesie der russischen Avantgarde und ethnische Spezialitäten bilden keinen Brei sondern überraschende Kompositionen.


Schöner altmodischer Rock, Funk und Ska, Folk-Barock und Jazz (Einfluß von Tscherkassin, Kurjochin) sind wichtige Elements, die sich mit Zitaten der sowjetischen und russischen Wirklichkeit überzeugend verbinden lassen bzw. ließen. 24 Alben haben die Musiker (in wechselnder Besetzung) vorzuweisen. BG hat außerdem 1981 den legendären Leningrader Rock-Klub gegründet, drei Filme gedreht und sich auch als Schriftsteller einen Namen gemacht.

In Deutschland wird es zwei Konzerte geben: Am 9. Juni in der Jovel-Music-Hall in Münster und am 14. Juni (Open Air) in Ahlen. 

 

Прочитано 2834 раз Последнее изменение Вторник, 27 Октябрь 2015 12:45
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